Für Wein aus Italien gibt es bei der Rückreise nach Deutschland keine feste Grenze. Der Zoll hat für Wein keine Richtmenge festgelegt: Steuerlich darfst du ihn für den eigenen Bedarf in unbegrenzter Menge mitbringen. Anders beim Schaumwein, dort liegt die Richtmenge bei 60 Litern, bei Grappa und anderen Spirituosen bei 10 Litern.
Du sitzt gerade am See und rechnest, wie viele Kartons noch ins Auto passen? Weiter unten steht, wie die Weine unserer Winzerfamilien auch ohne Schleppen zu dir nach Hause kommen.
Woher die 90 Liter kommen
Wer die Frage in eine Suchmaschine tippt, stößt schnell auf 90 Liter Wein. Die Zahl steht auch im offiziellen EU-Portal „Ihr Europa“, dort als Richtwert: 90 Liter Wein, davon höchstens 60 Liter Schaumwein. Gleich darunter steht der wichtigere Hinweis: Es sind nur Richtwerte, maßgeblich sind die Regeln des Landes, in das man reist.
Für Deutschland heißt das: Beim Wein gibt es keine Richtmenge. Beim Schaumwein gelten 60 Liter, bis zu dieser Menge nimmt der Zoll Eigenbedarf an.
Die eigentliche Grenze heißt Eigenbedarf
Nicht die Menge entscheidet, sondern für wen der Wein ist. Eigenbedarf heißt: für deinen persönlichen Gebrauch. Und der Zoll schreibt dazu einen Satz, der alle betrifft, die am See für Nachbarn oder Kollegen mit einkaufen: Wurden Waren auch oder ausschließlich für andere Privatpersonen gekauft, liegt kein Eigenbedarf vor, unabhängig von der Menge.
Wie so ein Fall dann behandelt wird, beantwortet die Zentrale Auskunft des Zolls.
Spumante, Grappa, Marsala
Für alles, was prickelt, brennt oder aufgespritet ist, nennt der Zoll Richtmengen. Bis zu ihnen nimmt er Eigenbedarf an:
| Getränk | Richtmenge | in Flaschen |
|---|---|---|
| Schaumwein wie Spumante | 60 Liter | 80 Flaschen zu 0,75 Liter |
| Spirituosen wie Grappa oder Limoncello | 10 Liter | 20 Flaschen zu 0,5 Liter |
| Zwischenerzeugnisse wie Marsala oder Portwein | 20 Liter | — |
Wer mehr dabeihat, muss glaubhaft machen, dass alles für den eigenen Bedarf ist. Gelingt das nicht, geht der Zoll von gewerblichen Zwecken aus, und du zahlst die Verbrauchsteuer darauf.
Wer über die Schweiz fährt
Die Schweiz gehört nicht zur EU. Wer mit Wein durch die Schweiz nach Hause fährt, muss für alkoholische Getränke über den Schweizer Freimengen eine Kaution hinterlegen. Sie wird bei der Ausreise zurückerstattet, wenn alles innerhalb der Frist wieder ausgeführt wird. Wie viel frei ist, steht beim Schweizer Zoll, dem BAZG. Wer über den Brenner und Österreich fährt, bleibt dagegen in der EU.
Die Kofferraum-Rechnung
Ein handelsüblicher Karton der meisten Weingüter fasst sechs Flaschen. Damit sieht die Rechnung so aus:
| Kartons | Flaschen | Liter | Gewicht, rund |
|---|---|---|---|
| 1 | 6 | 4,5 | 8,5 kg |
| 5 | 30 | 22,5 | 42,5 kg |
| 10 | 60 | 45 | 85 kg |
| 20 | 120 | 90 | 170 kg |
Gerechnet mit 8,5 Kilo je Karton, unserem Erfahrungswert. Je nach Flasche kann es etwas mehr oder weniger sein. Wie viel dein Auto zuladen darf, steht im Fahrzeugschein: die zulässige Gesamtmasse in Feld F.2 minus die Leermasse in Feld G. In diese Differenz müssen Mitfahrer, Gepäck und Wein zusammen passen.
Erlaubt wäre also mehr, als in dein Auto passt. Die Grenze setzt nicht der Zoll, sondern der Kofferraum.
Was Hitze im geparkten Auto mit Wein macht
Das größere Risiko ist nicht die Grenze, sondern der Parkplatz. Der ADAC hat ein Auto in die Sonne gestellt, bei Außentemperaturen unter 30 Grad. Im Innenraum waren es nach einer halben Stunde über 50 Grad, nach anderthalb Stunden 59,1.
Wein nimmt das übel. Über 40 Grad verändert er sich nach Angaben des australischen Weinforschungsinstituts AWRI schon in wenigen Tagen, im Aussehen wie im Geschmack. Lagern sollte man ihn kühl, bei 15 bis 20 Grad.
Was im Urlaub hilft: das Weingut als letzte Station vor der Heimfahrt einplanen, im Schatten parken und die Kartons nicht unter die Heckscheibe in die Sonne stellen. Aus demselben Grund liefern wir übrigens nicht an Packstationen: Im Sommer heizt sich das Fach auf. Warum der Weg einer Flasche mitschmeckt, haben wir in einem eigenen Beitrag aufgeschrieben.
Unsere Kofferraum-Jahre
Wir haben es rund zehn Jahre lang selbst so gemacht: probieren, fragen, mitnehmen. Im Oktober 2021 teilte sich unser Wein den Kofferraum noch mit einer Transportbox. 2024 war der Kofferraum voller Kartons, 2025 war es ein Transporter.

Irgendwann war klar, dass diese Weine nicht nur in unseren eigenen Keller gehören. Seit 2025 bringen wir sie nach Dresden, heute mit Speditionen, die auf Wein spezialisiert sind.
Wenn der Kofferraum schon voll ist
Unsere Weine kommen von vier Winzerfamilien, bei denen wir selbst waren. In Dresden liegen sie temperaturgeführt, bis du bestellst. Dann bringt DHL sie im bruchsicheren Karton bis an deine Tür, in der Regel in zwei bis vier Werktagen, ab 120 Euro ohne Versandkosten.

Und bei extremer Hitze schicken wir nichts los. Da ist uns der Wein im Zweifel wichtiger als ein schneller Versand: Dein Paket wartet bei uns auf einen kühleren Tag, und du bekommst Bescheid. Lieber kommt dein Wein ein paar Tage später als gekocht.
Kauf am See, was dir dort schmeckt, so viel, wie reinpasst. Für alles, was dann noch fehlt, sind wir da.
Häufige Fragen
Wie viel Wein darf man aus Italien nach Deutschland mitnehmen?
Für Wein hat Deutschland keine Richtmenge festgelegt. Für den eigenen Bedarf darfst du ihn steuerlich in unbegrenzter Menge mitbringen. Für Schaumwein gilt eine Richtmenge von 60 Litern, für Spirituosen wie Grappa von 10 Litern. Bis dahin nimmt der Zoll Eigenbedarf an, darüber musst du ihn glaubhaft machen.
Zählt Wein, den ich für andere mitbringe, als Eigenbedarf?
Nicht, wenn du ihn für andere kaufst. Laut Zoll liegt kein Eigenbedarf vor, wenn Waren auch oder ausschließlich für den Bedarf anderer Privatpersonen erworben wurden, und zwar unabhängig von der Menge.
Wie heiß wird es im geparkten Auto?
In einem ADAC-Test waren es bei Außentemperaturen unter 30 Grad nach anderthalb Stunden 59,1 Grad im Innenraum. Über 40 Grad verändert sich Wein laut dem australischen Weinforschungsinstitut AWRI schon in wenigen Tagen.

